Warum Standardelemente die besten Elemente der Welt sind

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Standardelemente — geiler als ihr Name

Standard klingt erstmal langweilig und austauschbar. Weit gefehlt, wenn es um die Konzeption und das Design von Apps geht!

Tatsächlich stellen Standardelemente über viele Jahre hinweg erprobte und von Google und Apple geadelte Icons, Elemente, Übergänge und Navigationsmechanismen dar. Nutzer kennen diese Standardelemente und finden sich intuitiv damit zurecht. Das ist unfassbar wichtig, denn kein Mensch hat Lust und Zeit eine App zu lernen.

Ein großer Irrglaube ist auch, dass Standardelemente dazu führen, dass die eigene App sich optisch nicht mehr von anderen unterscheidet. Die Realität ist, dass die meisten guten Apps zu 95% oder mehr auf Standardelemente setzen, das Look & Feel dabei aber trotzdem komplett auseinander gehen kann. Gute Konzepter und Designer verstehen, wie man gelernte Elemente und Mechanismen einsetzt und zugleich den Charakter der eigenen Marke beibehält und transportiert.

Neben den tatsächlichen Nutzern der App gibt es noch einen zweiten Schlag Menschen, die einem den Einsatz von Standardelementen danken: die Entwickler. iOS und Android und zugehörige SDKs liefern alles, um die Implementierung und Konfiguration von Standard-Elementen und -Mechanismen maximal einfach zu gestalten. Das spart nicht nur bei der initialen Entwicklung enorm Zeit, sondern gestaltet auch die Wartung der Apps einfacher und reduziert das Risiko, dass mit der nächsten Generation von Android oder iOS die gerade eben noch mühsam zusammengeschusterte Custom-Lösung komplett zerschossen wird. 

 Material Design

Material Design

Lernen, Lernen, Lernen

Für alle, die sich mit den Standardelementen vertraut machen und an die Konzeption und das Design von Apps herantasten wollen, führt kein Weg an den offiziellen Guidelines von Apple und Google vorbei. Dort finden sich wunderschön aufbereitet sämtliche Standardelemente samt Erklärung, wann welches Element, welcher Übergang oder welche Animation eingesetzt werden soll und wann besser nicht.

Hier entlang für iOS | Hier geht’s Richtung Android

Auch langjährigen Experten ist der regelmäßige Besuch der Guidelines empfohlen, und sei es nur um das vorhandene Wissen aufzufrischen. An dieser Stelle ein erhobener Zeigefinger zu den Marktbegleitern, die noch Konzepte schustern als wäre es 2014. Der Kunde kennt’s ja nicht anders, gell?

 WWDC

WWDC

Super spannend (nicht nur für Entwickler, sondern auch Konzepter und Designer) sind die großen jährlichen Konferenzen von Apple und Google, die WWDC und Google IO. Dort werden die neuesten Funktionen, Elemente und best practices von den Erfindern höchstpersönlich präsentiert. Pflicht!
Das tolle daran: Apple und Google machen die Session-Videos für jeden verfügbar. Ein riesiger Fundus an detailliert und super aufbereitetem Wissen und genau das Richtige für jeden, der sein Know-How vertiefen oder am Ball bleiben möchte. Hier kann man stundenlang eintauchen, um dann Tage später bestens informiert und hochinspiriert wieder aufzuschlagen.

 Airbnb

Airbnb

Niemals verkehrt und sehr aufschlussreich ist es auch, prominente und allgemein gelobte Apps genauer unter die Lupe zu nehmen. Wie hat zum Beispiel Airbnb Standardelemente kombiniert, um zu ihrer klar verständlichen und schicken Oberfläche zu gelangen? Was macht Instagram so intuitiv in der Nutzung, während Snapchat oder IMDb etwas verwirrend daherkommen?
Leuchtenden Beispielen verleiht Apple alljährlich die Apple Design Awards. Auch immer ein Blick wert.

Auf diesem Wege entwickelt man ein gutes Gespür dafür, welche Standardelemente in welchem Szenario Sinn machen und wie viel Einfluss das Design noch nehmen kann, nachdem die Funktionsweisen und Screen-Flows anhand von sogenannten Wireframes definiert wurden.

 Ein Geheimtipp noch für die besonders cleveren Leser: In den Straßen erzählt man sich, dass es einen ganz großartigen deutschsprachigen Podcast gibt, in dem sich die beiden bemerkenswert gutaussehenden Gastgeber mit allen relevanten Themen rund um richtig gute Apps befassen. Unsere Assistentin Miri sagt dazu: Abonnieren Sie bitte sofort diesen Podcast 🚀 

 Wireframes

Wireframes

Machen, Machen, Machen

Wer sich ausreichend mit der Theorie und den Grundlagen befasst hat, der kann und sollte sich an die Arbeit machen. Nirgends lernt man mehr und besser, als in der Praxis.

Wenn es gerade keinen konkreten Auftrag gibt, dann ist es keine Schande, mit einer imaginären App zu starten. Die Hauptsache ist, sich wirklich mit der Materie auseinanderzusetzen und sich an den besten Applikationen in seinem Metier zu messen. Nur wenn sich Konzepte und Designs auch von unbedarften Nutzern intuitiv lesen und verstehen lassen, sind sie auf dem richtigen Weg.

Auch eine tolle Übung kann es sein, sich bestehende Applikationen vorzuknüpfen und alternative Ansätze dafür zu entwickeln. Manch ein Designer oder Konzepter hat auf diesem Wege sogar schon Jobangebote bekommen, weil die frischen Entwürfe bei den Urhebern der als Vorlage dienenden App so viel Anklang gefunden haben.

Vorsicht ist geboten, wenn man sich an das Interface einer App für iOS und Android macht. Auf gar keinen Fall dürfen für die jeweilige Plattform typische Standardelemente auf der anderen eingesetzt werden. Das sorgt für Verwirrung auf Seiten der Nutzer und auch wenn das manche noch immer nicht verstehen: Eine App die auf allen Plattformen gleich aussieht, ist nicht etwa konsistent umgesetzt, sondern schlichtweg nicht vernünftig optimiert.

Eine Randnotiz für alle Designer: Das Internet platzt förmlich vor Sketch- und Photoshop-Vorlagen zu allen relevanten Standardelementen. Google selbst stellt zum Beispiel alle ihre Standardicons kostenlos zum Download zur Verfügung. Und auch Apple hat seine Design-Ressourcen für Photoshop und Sketch zum Download bereitgestellt. Bevor also etwas per Hand nachgemalt wird und der Entwickler (völlig zu recht) schimpft, weil der ganze Unsinn 2 Pixel zu weit unten sitzt: gleich das Original nehmen.

 Die neue Abteilung

Die neue Abteilung

Und wer jetzt trotz all diesen goldenen Tipps noch ein wenig Unterstützung braucht, sei es bei der Konzeption der ersten App oder dem Relaunch einer bestehenden Applikation, der sollte ganz einfach bei uns anklopfen. Wird super!


Zu diesem Artikel gibt es auch eine Podcastfolge.