Die Preisfrage: wie viel kostet eine App?

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Kaum eine Frage wird uns so häufig gestellt wie die nach dem Preis für eine App. Aber nur wenige Fragen sind schwerer zu beantworten.

Als seriöser Dienstleister muss man leider völlig zurecht sagen, dass ohne eine ausreichend detaillierte Beschreibung der Anforderungen die Frage nach dem Preis nicht zu beantworten ist. Wir versuchen es im folgenden Artikel trotzdem anhand konkreter Beispiele.

Denn der Verweis auf die enorme Bandbreite von Anforderungen, die allesamt einen Einfluss auf die Gesamtkosten einer App nehmen, hilft dem Unternehmen, das gerade an der Budgetplanung für die kommenden Monate sitzt, herzlich wenig.

Was ist eigentlich alles zu tun?

Häufig wird Wir machen eine App gleichgesetzt mit Wir entwickeln eine App.

Man kann es gar nicht oft genug betonen: Diese Denkweise greift zu kurz und ist meist hauptverantwortlich, wenn ein App Projekt so richtig daneben geht. Trotzdem trifft man immer und immer wieder auf Produktmanager, die zwar Zeit in die Entwicklerauswahl investieren, sich ansonsten aber wenig Gedanken machen.

Was muss neben der Entwicklung also alles bedacht werden?

Strategie & Konzept

Es ist unverantwortlich, wie viele Apps in die Entwicklung gegeben werden, noch bevor die grundlegendsten Fragen beantwortet wurden.

Was macht die App? Was soll mit ihr erreicht werden? Wer ist die Zielgruppe? Wie passt das App Produkt in das Konstrukt bestehender Services und Prozesse? Wie soll sich das Angebot langfristig weiterentwickeln?

Die Liste dieser elementaren Fragestellungen ist noch lange nicht zu Ende. Von ihr hängen die Gesamtkosten eines App Projekts ab. Trotzdem wird oft hemdsärmelig und ohne Rücksicht auf Verluste einfach mal losgelegt. Der fatale Irrglaube: Eine interne Brainstorming Runde mit dem Top Management, dem Marketing Team und den beiden Praktikanten (die sich ja bestimmt auskennen mit Snapchat und so) wird schon reichen, so schwer kann das ja alles nicht sein.

Was dabei entsteht, ist eine lange Liste von Funktionen. Das ist ein Anfang, keine App.

Wenn sich dann eklatante Fehlentscheidungen offenbaren, lange nachdem erhebliche Summen in die Entwicklung versenkt wurden, gibt es lange Gesichter und kurze Statements der Verantwortlichen: Apps sind Unsinn. So jedenfalls schon, völlig richtig.

Wer ein vernünftiges Haus bauen möchte, der geht auch nicht direkt zur Baufirma, sondern zum Architekten. Eine objektive Beratung durch Experten ist vor allem in der Findungsphase entscheidend und muss bei der Budgetplanung berücksichtigt werden.

Design

Heutzutage erwarten Nutzer ein hochklassiges Usability- und Interface-Design.

Mit dem bestehenden Print Styleguide von 2004 kann man App Nutzer nicht begeistern. Auf der mobilen Plattform gelten eigene Regeln.

Ein App Interface ist sehr viel mehr als ein Webseiten Layout für einen kleinen Screen. Ein echter Mobile Designer weiss das. Wenn er dann auch noch ausreichend Zeit zur Verfügung gestellt bekommt, entsteht etwas Schönes entstehen, das man gerne bedient.

Wie man seinen bestehenden Styleguide auf eine App anwendet, kann man hier nachlesen.

Marketing & Analytics

Die Auswahl und schiere Anzahl an Applikationen in den Stores ist enorm und jeden Tag wird es schwieriger, mit seinem Produkt aus der Masse hervorzustechen. Es reicht schlichtweg nicht aus, seine App zu veröffentlichen und dann auf das Beste zu hoffen.

Selbst eine hervorragend umgesetzte App benötigt einen Marketing Push, damit sie eine kritische Masse an Nutzern erreichen kann.

Dazu passend: Nur wer seine Nutzer kennt und versteht, kann seine Marketing Maßnahmen dahingehend optimieren. Was es also braucht sind geeignete Tracking-Services und ausreichend Kompetenz, um die ganzen erhobenen Daten zu analysieren und die richtigen Rückschlüsse zu ziehen.

Wer dann auch noch daran denkt, in seinen Apps zu messen, welche Marketing-Kanäle die meisten oder wertvollsten Nutzer bringen, der ist auf einem guten Weg.

Der ganze Rest

Ganz gerne mal vergessen werden auch die vermeintlichen Kleinigkeiten drumherum, die aber einen großen Unterschied machen können. Eine kleine Auswahl, ohne Anspruch auf Vollständigkeit:

Gibt es beispielsweise einen qualifizierten Produktmanager, der sich darum kümmert, dass nicht nur während der Entwicklung alles läuft, sondern die App langfristig zu einem immer wertvolleren Unternehmensbaustein wird? Wenn nicht, dann ist es vielleicht an der Zeit einen externen Produktmanager zu engagieren. Mehr dazu hier.

Oder wie steht es um das Thema Qualitätssicherung? Hier gibt es von umfassenden manuellen Tests auf einer Vielzahl von Testgeräten bis hin zu automatisierten UI Tests und Unit Tests eine Menge Optionen. Nutzer reagieren auf instabile Apps oder andere funktionale Fehler schnell mit Missmut und schlechten Bewertungen im Store, was sich wiederum negativ auf die Downloadzahlen und Umsätze auswirken kann. Daher sollte auch die Qualitätskontrolle nicht auf die leichte Schulter genommen werden.

Ein Klassiker bei vielen B2C Applikationen ist es auch, dass der first level Endkundensupport nicht eingeplant wird. Wenn dann die unbedarften Kollegen an der Hotline Auskunft geben sollen, zu Problemen mit einer App, vor der sie noch nie gehört haben, sorgt das bei allen Beteiligten für Unmut.

Und ja, entwickelt werden muss die App natürlich auch noch. 😉

Intern, extern oder ganz weit weg?

Betrachten wir zuerst die beiden Extreme des Spektrums und dann die vermeintlich goldene Mitte.

Alles intern

Von Grund auf alles selber zu machen ist die beste Lösung für alle Unternehmen, deren App ein integraler Bestandteil ihres Businesses ist. In vielen Fällen ist die App das gesamte Business. Dann macht es natürlich erst Recht Sinn, eigene Manpower in seine App zu investieren.

Der Vorteil dieser Variante liegt auf der Hand: das gesamte Team ist immer im Zugriff, alle sind flexibel und ständig in der Lage, neue Ideen, Features oder sonstige Iterationen schnellstmöglich auf die Straße, sprich in die Stores zu bringen.

Andererseits muss man selbst bei kleinen App Units mit mindestens vier, fünf Personen rechnen. Und so ein Team muss auch erstmal gefunden, eingespielt und finanziert werden.

Alles extern

Dieses Modell ist die erste Wahl für Unternehmen, die zwar eine App haben möchten, dafür aber keine komplett neue Abteilung hochziehen können oder wollen. (Daher stammt übrigens auch unser Name - wir sind deine neue Abteilung, nur extern).

Externe Dienstleister gibt es im deutschsprachigen Raum oder in osteuropäischen oder asiatischen Regionen. Hinzu kommt die Qual der Wahl zwischen Freelancern, mittelgroßen Agenturen und großen Systemhäusern. All das kann einen signifikanten Einfluss auf die Tagessätze und somit die Gesamtkosten einer App Umsetzung haben.

Das Outsourcing ins fremdsprachige Ausland bietet sich nur für die Entwicklung und die Qualitätssicherung an. Alle anderen Aufgaben erfordern für gewöhnlich einen zu hohen Kommunikationsanteil, bei dem sich Sprachbarrieren als besonders hemmend herausstellen können.

Der Vorteil bei einer Umsetzung mit externen Dienstleistern: Vorausgesetzt man hat sich die richtigen Partner ausgesucht (uns zum Beispiel), kann man sich relativ entspannt zurücklehnen und die Arbeit den Profis überlassen.

Dafür begibt man sich allerdings in eine gewisse Abhängigkeit, baut in seinem Unternehmen wenig bis keine App Expertise auf und ein Dienstleister ist selbstredend weniger flexibel als ein festangestellter Mitarbeiter.

Irgendwas dazwischen

Manchmal ist es eine gute Strategie, die Version 1.0 seiner App extern entwickeln zu lassen, damit Erfahrungen zu sammeln und bei positivem Ausgang die Weiterentwicklung sukzessive in das eigene Unternehmen zu ziehen.

Andersherum kann es auch Sinn machen, einen festangestellten Produktmanager gemeinsam mit einem darauf spezialisierten Dienstleister in Deutschland die das Briefing (sprich das Konzept, die Designs, technische Anforderungen etc.) aufsetzen, um diese dann an einen Entwicklungspartner in Osteuropa zu übergeben.

Eine pauschal richtige Entscheidung gibt es nicht, aber immer eine passende. Wir helfen gerne mit bei der Suche.

Nativ, Web, Hybrid oder Cross-Plattform?

Bevor es mit der Entwicklung einer App losgehen kann, muss eine grundlegende Entscheidung getroffen werden: Auf welcher technischen Basis soll die Umsetzung stattfinden?

Wer die Vorteile und Nachteile der unterschiedlichen technischen Ansätze verstehen will, liest diesen Artikel, in dem das Thema detailliert beleuchtet wird.

Was soll die App alles können?

Entwicklungskosten sind im Grunde nichts anderes als die Zeit, die man für die Umsetzung benötigen wird, multipliziert mit einem Tagessatz.

Für jede Funktion, jeden Screen und jede Anforderung überlegt sich der Entwickler, wie lange er dafür benötigen wird. Je genauer die Anforderungen definiert sind, desto leichter fällt diese Aufgabe. Mehr dazu in unserem Artikel darüber, wie man vergleichbare Angebote für die Entwicklung einer App erhält.

Der schiere Umfang von Funktionen hat also einen direkten Einfluss auf die Kosten für die Umsetzung. Unseren Kunden sagen wir deshalb an dieser Stelle immer wieder: Weniger ist mehr.

Weil nämlich nur dann eine App entsteht, die sich auf das Wesentliche konzentrieren kann und Spaß macht in der Bedienung. Ganz nebenbei führt diese Philosophie aber auch dazu, dass sich die Entwicklungskosten reduzieren - schließlich werden keine unnötigen Funktionen implementiert, sondern der Fokus auf den tatsächlichen Kern der App gelegt.

Und wie erfährt jetzt die Welt davon?

Sich Gedanken über die Vermarktung seiner App zu machen ist schon lange Pflicht, wird aber oft vergessen oder unterschätzt. Es reicht nicht aus, seine App in die Stores zu schicken und dann auf das Beste zu hoffen. Ganz egal wie gut die App umgesetzt ist.

Klassische Marketing Maßnahmen wie beispielsweise die Aktivierung seiner bestehenden Kanäle wie den Newsletter-Abonnenten kann helfen, genauso wie Paid Advertising über Google, Facebook & Co, oder auch den Apple Service Search Ads. Wir sind jedoch App Experten und keine Marketingberater, daher verweisen für tiefergehende Informationen zu diesen Themen an die entsprechenden Profis.

Für jedermann einleuchtend: Je besser man seine Zielgruppe kennt, desto genauer kann man sie auch ansprechen. Beim Tracking in Apps geht weit mehr, als nur das langweilige Hochzählen von Seitenaufrufen. Willkommen auf der Spielwiese für alle, die sich lieber auf belastbare Daten verlassen als auf ein vages Bauchgefühl.

Attributions-Tracking Services beispielsweise geben Aufschluss darüber, aus welchen Akquisitionskanälen besonders wertvolle oder engagierte Nutzer resultieren. Diese Informationen können bei der nächsten Planung der Marketing-Budgets berücksichtigt werden. Oder aber man analysiert die Userflows und gelangt zur Erkenntnis, dass viele potenzielle Nutzer ihre Registrierung in Schritt 3 abbrechen und dann nie wieder zurückkehren. Vermutlich liegt das an diesem riesigen Formular, das im nächsten Update dringend ausgedünnt werden muss. Oder warum nicht mit Hilfe von A/B Tests herausfinden, welcher Kaufen Button besser performed? Oder, oder, oder…

Eine dem App Kosmos eigene und besonders relevante Marketingmaßnahme ist die App Store Optimierung, kurz ASO. Das beschreibt im Grunde nichts anderes als das Mobile Pendant zu SEO.

Ähnlich wie im Web geht es darum, im richtigen Moment gefunden zu werden und sich dann von seiner besten Seite zu präsentieren. Das klappt über den Namen der App, das Icon, ansprechende Screenshots und Produktvideos, den Beschreibungstext und passende Keywords. Ein rundherum gelungener App Store Auftritt für iOS und Android kostet grob 4.000€ bis 5.000€. Anschließend kann man mit der kontinuierlichen Optimierung der Keywords beginnen.

Das beste Marketing ist und bleibt eine richtig tolle App, die von ihren Nutzern im Bekanntenkreis begeistert weiterempfohlen wird.

Ein paar Rechenbeispiele

Um das Ganze etwas greifbarer zu machen, geben wir drei konkrete Beispiele, in denen sich der ein oder andere vielleicht wiederfindet. Und wenn nicht, dann klopf einfach an bei der neuen Abteilung und wir rechnen zusammen.

Die eigene App mit dem eigenen Team

Wunsch ist es, mit einer internen Mannschaft eine App für iOS und Android auf die Beine zu stellen. Was braucht man dafür mindestens?

Ein Produktmanager hält die gesamten Fäden zusammen und entwickelt die langfristige Produktstrategie. Ein Konzepter und Designer in Personalunion ist schwer zu finden, wenn auch nicht unmöglich. In jedem Fall unverzichtbar.

Natürlich braucht es noch einen iOS Entwickler, einen Android Entwickler und einen Entwickler für das Backend.

Experten für Marketing, PR und Business Development dürfen nicht fehlen. Eine Person, die sich für die Qualitätssicherung und den Endkundensupport zuständig fühlt, komplettiert das Team.

Der Einfachheit halber gehen wir davon aus, dass jedes Team-Mitglied im Schnitt 50.000€ im Jahr verdient. In Summe kann man inklusive der Lohnnebenkosten für ein Jahr also mit etwa 430.000€ kalkulieren für diese Konstellation. Dazu kommen dann noch die Kosten, die einem für Paid Advertising entstehen.

Ein kleiner iOS Prototyp mit einem Team aus Freelancern

Die Variante passt für Kunden, deren Wunsch es ist, nur für das iPhone einen ersten Prototyp, oder auch MVP, zu entwickeln. Zum Beispiel um zu testen, ob die Resonanzen darauf positiv ausfallen.

Die Idee für die App ist im Idealfall simpel. Zum Beispiel: Auf einer Karte werden alle Tischtennisplatten in München dargestellt. Die Daten dafür liegen offline in der App. Wählt man einen Standort aus, kann man sich anschließend zu ihm navigieren lassen. Dazu gibt es noch eine Kontakt-Möglichkeit per eMail, damit Nutzer mitteilen können, wenn eine Tischtennisplatte gar nicht mehr da ist.

Der befreundete Freelancer ruft einen Tagessatz von 500€ auf, so wie auch die Konzepter und Designer. Getestet wird selber, Marketing gibt es keins.

Konzept und Design benötigt drei, vier Tage und die Entwicklung und die Pflege der Daten dauert in etwa zwei bis drei Wochen. Insgesamt kann also mit grob 8.000€ gerechnet werden.

Die Weiterentwicklung des Prototypen mit einer professionellen App Agentur

Wenn ein Prototyp durch die Decke geht, müssen schnell neue Features her, vielleicht auch ein schickes Redesign oder eine Version für Android Smartphones.

Die neuen Funktionen könnten sein:

  • alle Standorte kommen künftig aus einem CMS
  • es gibt eine sexy Detailseite für jede Tischtennisplatte inklusive Bildern und Kommentaren
  • Nutzer können sich registrieren und ein Profil anlegen
  • über die App kann man Freunde zu einer Partie Tischtennis einladen

Für das Konzept und Design der neuen Funktionen unter iOS und Android veranschlagt die Agentur zehn Tage Aufwand. Die Entwicklung benötigt je Mobile Plattform vier Wochen und für das CMS eine weitere Woche. Begleitend fallen Aufwände für das Projektmanagement und die Qualitätssicherung an. Die Tagessätze liegen bei ca. 800€.

Alles in Allem werden sich die Gesamtkosten exklusive Marketing auf grob 50.000€ belaufen.

Als Fazit halten wir fest: Eine App kostet über eintausend Mark.✨💰


Zu diesem Artikel gibt es auch eine Podcastfolge.